Bienen und Insekten: die missverstandenen kleinen Helfer

Die meisten von uns haben in der Kindheit gemeinsam mit der Biene Maja Abenteuer erlebt, sehen die Bienen und Insekten aber im Erwachsenenalter in einem weniger positiven Licht. Der eine fürchtet sich vor ihnen, der andere bekämpft sie mit Pestiziden, und wieder andere verschwenden keinen Gedanken mehr an alles, was in der Natur so fliegt und krabbelt. Dabei spielen Insekten und Bienen doch eine so wichtige Rolle in allem, was auch nur entfernt mit dem Gartenbau und der Landwirtschaft zu tun hat. So einige Nahrungsmittel wie Obst von Bäumen oder Honig von Blüten wären ohne sie gar nicht möglich!

Wissenswertes zu Bienen

Ob man’s glaubt oder nicht, aufgrund der Entwicklungen in Industrie und Landwirtschaft sowie als Nachfolge der fortschreitenden Urbanisierung sind in Amerika und China die Bienen vor dem Aussterben bedroht. Wissenschaftlicher warnen davor, was dies für direkte und indirekte Konsequenzen haben kann. Hierzulande sieht die Lage etwas besser aus – aber wie lang noch? Forscher befürchten auch bei uns ein Bienensterben, wenn wir unser Verhalten nicht ändern. Der erste Schritt zu einer Zukunft mit Bienen ist das Informieren über die Thematik. Wir haben hier ein paar interessante Zahlen und Fakten zu Bienen in Deutschland und international zusammengestellt.

  • 2018 wurden laut auf Statista veröffentlichten Angaben im deutschen Lebensmitteleinzelhandel über 325 Millionen Euro Erlös mit Bienenhonig erzielt.
  • Keine Bienen bedeutet weniger (Nutz)Pflanzen. Die gelb-schwarzen Insekten bestäuben nämlich bis zu 71 von 100 Nutzpflanzen rund um den Globus, die 90 % des globalen Bedarfs an Nahrung decken. Hinzu kommt, dass rund 90 % der Wildpflanzen auf ein Bestäuben durch Tiere wie Bienen angewiesen sind. Wenn das mal kein Anstoß zum Umdenken ist!
  • Laut Statista gab es in den Vorjahren knapp 870.000 Bienenvölker von 130.000 Imkern in der Bundesrepublik, von Bundesland zu Bundesland verschieden stark ausgebildet. Pro Imker kommt man auf 6 bis 7 Bienenvölker.
  • Noch nicht einmal 1 % der in Deutschland mit der Imkerei beschäftigten Personen tun dies erwerbsmäßig. Es kommt also vor allem auf die Hobby-Imker an.
  • Schätzungsweise 3 kg Nektar müssen Bienen sammeln, um letztendlich 1 kg Bienenhonig zu gewinnen. Dafür legen die Insekten rekordverdächtige 10.000 km zurück. Pro Flugrunde zum Pollen sammeln fliegt eine Arbeiterbiene 1 bis 2 km und kann dabei Fluggeschwindigkeiten von bis zu 25 km/h erreichen. Wir sprechen also nicht grundlos vom “fleißigen Bienchen”.
  • Vom Insektensterben sind leider nicht nur die Bienen bedroht! Studien von Biologen haben 2019 ergeben, dass darüber hinaus weltweit mehr als die Hälfte der Schmetterlingsarten und jede zweite Käferart rückläufig sind. Fast die Hälfte der Heuschrecken und über ein Drittel der Libellenarten sind ebenfalls bedroht. Die Hauptgründe für das Insektensterben? Pestizide und andere Chemikalien, Klimawandel und schrumpfende Lebensräume.
  • Die Rostrote Mauerbiene ist zum “Insekt des Jahres 2019” auserkoren worden. Diese pelzige Wildbiene lässt sich im Frühling beobachten, da sie sich u. a. von Frühjahrsblühern wie Krokus und Hyazinthe angezogen fühlt.

Frühlingszeit ist Bienenzeit

Jetzt, wo die Tage wieder wärmer werden, schwirren sie aus und helfen dabei, im Frühjahr für eine Blütenpracht zu sorgen. Gemeinsam mit anderen Insekten wie Fliegen summen die Bienen in der Blütezeit von Pflanze zu Pflanze und ermöglichen die Bestäubung. Das gilt für Obstbäume und andere Bäume genauso wie für Sträucher und Blumen aller Art. Wie funktioniert die Bestäubung durch Bienen? Die Insekten fliegen die bunten, mit Nektar befüllten Blüten an und saugen den zuckerhaltigen Blütennektar. Daraus entsteht später der Honig. Während sie auf den Blumen oder Fruchtständen sitzen, bleiben Pollen an ihren Beinchen hängen. Diese sollen zwar nach dem Rückflug an die Jungbienen verfüttert werden, doch es bleiben Teile davon an anderen Blüten haften. So werden die Pflanzen durch Bienen bestäubt bzw. befruchtet. Ohne die Bestäubung keine Fruchtbildung.

Und wie können wir den Bienen helfen? Es hilft beispielsweise, bestimmte Blumen zu pflanzen – gern blau/violett oder gelb – die Bienen anziehen und ihnen Nektar spenden. Auch der Verzicht auf die chemische Schädlingsbekämpfung im Garten macht Sinn. Wer helfen mag, könnte zudem Nisthilfen wie Bienenhäuser bauen oder mit der Bienenhaltung beginnen.

(Vielleicht interessant: die Infografik https://de.statista.com/infografik/13843/wirtschaftsmacht-bienen/)

Und wenn alles läuft wie es sein soll, dann tragen die Obstbäume wieder tolle Früchte. Diese dürfen Sie dann gerne zu uns in die Mosterei bringen und wir verarbeiten das Obst dann zu leckeren Direktsäften.

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